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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


Juni 2026

De­mo­kra­tie wei­ter­den­ken – ei­ne Ak­ti­ons­wo­che zur Wei­ter­ent­wick­lung der De­mo­kra­tie

Vor 30 Jah­ren be­glei­te­te un­se­re er­ste point-Sen­dung den OMNIBUS für di­rek­te De­mo­kra­tie und den Ver­ein Mehr De­mo­kra­tie – da­mals kämpf­ten sie für kom­mu­na­le Bür­ger­ent­schei­de in Bay­ern. Am 1. Ok­to­ber 1995 stimm­ten 57,8 Pro­zent der Bay­ern da­für. An die­se er­ste Sen­dung wol­len wir nun an­knüp­fen – mit ei­ner Ak­ti­ons­wo­che, die fragt: Wie wol­len wir De­mo­kra­tie wei­ter­ent­wickeln? Seit 1995 pro­du­zie­ren wir als ge­mein­nüt­zi­ger Ver­ein Re­por­ta­gen, Do­ku­men­ta­tio­nen und Por­traits für un­se­re Sen­dung point, die sonn­tags abends auf Fran­ken Fern­se­hen aus­ge­strahlt wird – mit ho­hem eh­ren­amt­li­chen Auf­wand, oh­ne Wer­bung, mit der Frei­heit, die The­men zu wäh­len, die uns wich­tig sind.

Aktionswoche Demokratie 2026

Vom 22. bis 26. Ju­ni 2026 ver­an­stal­ten wir ge­mein­sam mit der Aka­de­mie Ca­ri­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH) in Nürn­berg die Ak­ti­ons­wo­che »De­mo­kra­tie wei­ter den­ken«. Dass die Wo­che zu ei­nem be­son­ders ak­tu­el­len Zeit­punkt statt­fin­det, ist ein in­ter­es­san­ter Zu­fall: Am 28. Ju­ni 2026 fin­det in Nürn­berg der Bür­ger­ent­scheid »Lie­ber zu­rück auf Los« über den Aus­bau des Fran­ken­schnell­wegs statt. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kön­nen selbst ent­schei­den, ob die der­zei­ti­gen Pla­nun­gen und Maß­nah­men für den Aus­bau des Fran­ken­schnell­wegs so­fort ge­stoppt wer­den sol­len – und nut­zen da­bei ge­nau das In­stru­ment, für das der OMNIBUS und Mehr De­mo­kra­tie vor 30 Jah­ren ge­strit­ten ha­ben: den Bür­ger­ent­scheid.

Das Pro­gramm:

Aktionswoche Demokratie 2026

Wäh­rend der ge­sam­ten Wo­che ist der OMNIBUS für Di­rek­te De­mo­kra­tie vor Ort – am 22. Ju­ni am He­le­ne-Lan­ge-Gym­na­si­um in Fürth und am 23. Ju­ni an der Be­ruf­li­chen Schu­le 7 in Nürn­berg für Work­shops mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern, vom 24. bis 26. Ju­ni an der Kö­nig­stra­ße (Wet­ter­häus­chen, Lo­renz­kir­che), täg­lich of­fen für Ge­sprä­che mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern.

Aktionswoche Demokratie 2026

Am Diens­tag, 23. Ju­ni um 19 Uhr lädt Jo­han­nes Stütt­gen im S11 des CPH zu ei­nem künst­le­ri­schen Ge­spräch ein un­ter dem Ti­tel »Die Krö­nung der De­mo­kra­tie«. Stütt­gen stu­dier­te an der Düs­sel­dor­fer Kunst­aka­de­mie bei Jo­seph Beu­ys, der ihn 1971 zum Mei­ster­schü­ler er­nann­te. Im sel­ben Jahr grün­de­te er mit Beu­ys die »Or­ga­ni­sa­ti­on für di­rek­te De­mo­kra­tie durch Volks­ab­stim­mung« – den Vor­läu­fer des heu­ti­gen Om­ni­bus. In sei­nem Ge­spräch stellt Stütt­gen die Fra­ge, wie der er­wei­ter­te Kunst­be­griff von Beu­ys – die Idee, dass je­der Mensch ein Künst­ler und da­mit Mit­ge­stal­ter des ge­sell­schaft­li­chen Le­bens ist – mit der For­de­rung nach mehr di­rek­ter De­mo­kra­tie zu­sam­men­hängt. Er mo­ti­viert sei­ne Zu­hö­re­rin­nen und Zu­hö­rer, den Punkt in sich zu fin­den, an dem sie sich selbst als frei­heits­fä­hig und als Mit­ge­stal­ten­de ein­brin­gen kön­nen. Ein­tritt frei.

Aktionswoche Demokratie 2026

Am Don­ners­tag, 25. Ju­ni um 19 Uhr fin­det im Pirck­hei­mer­saal die Pre­mie­re un­se­rer neu­en Re­por­ta­ge »De­mo­kra­tie wei­ter­den­ken« statt. Der Film be­glei­tet Men­schen und In­itia­ti­ven, die sich heu­te für die Wei­ter­ent­wick­lung der De­mo­kra­tie en­ga­gie­ren – und knüpft in­halt­lich an un­se­re al­ler­er­ste Sen­dung von 1995 an, die die Ein­füh­rung der Bür­ger­ent­schei­de in Bay­ern be­glei­te­te.

Im An­schluss Po­di­ums­dis­kus­si­on mit fünf Gä­sten, die di­rek­te De­mo­kra­tie aus ganz un­ter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven ken­nen:

Dr. Gün­ther Beck­stein hat als ehe­ma­li­ger Baye­ri­scher Mi­ni­ster­prä­si­dent und Lei­ter des von Söder ein­ge­setz­ten Run­den Ti­sches zur Wei­ter­ent­wick­lung von Bür­ger­ent­schei­den ei­nen lan­gen Weg zu­rück­ge­legt – von ei­nem Skep­ti­ker di­rek­ter De­mo­kra­tie zu ei­nem ih­rer Be­für­wor­ter.

Jörg Sieg­mund von der Aka­de­mie für Po­li­ti­sche Bil­dung Tutz­ing bringt die wis­sen­schaft­li­che Per­spek­ti­ve ein: Was sa­gen die Da­ten über Po­li­tik­ver­dros­sen­heit, und was wirkt in der po­li­ti­schen Bil­dung wirk­lich?

Tim Wil­ly We­ber, Bür­ger­mei­ster des Fleckens Ot­ters­berg, ist die stärk­ste Ver­bin­dungs­fi­gur: Er fuhr in den 1990er Jah­ren als Prak­ti­kant mit dem Om­ni­bus mit, lei­te­te da­nach vie­le Jah­re Mehr De­mo­kra­tie e. V. als Ge­schäfts­füh­rer – und sitzt heu­te selbst im Rat­haus.

Wer­ner Küp­pers ist seit mehr als 25 Jah­ren als Bus­fah­rer des Om­ni­bus un­ter­wegs und täg­lich im Ge­spräch mit Men­schen auf Markt­plät­zen und an Schu­len.

Chri­sti­an Kö­nig ko­or­di­niert für Mehr De­mo­kra­tie e. V. die Lan­des­ver­bän­de in Ost­deutsch­land – in Re­gio­nen, in de­nen das Ver­trau­en in die re­prä­sen­ta­ti­ve De­mo­kra­tie be­son­ders un­ter Druck steht und die Fra­ge, wie Bür­ge­rin­nen und Bür­ger stär­ker ein­ge­bun­den wer­den kön­nen, be­son­ders drin­gend ist.

Mo­de­ra­ti­on: Alex­an­der Jung­kunz, Chef­pu­bli­zist Nürn­ber­ger Nach­rich­ten. Abend­mo­de­ra­ti­on: Co­rin­na Miel­ke, Baye­ri­scher Rund­funk. Ein­tritt frei.

Aktionswoche Demokratie 2026

Den Ab­schluss bil­det am Frei­tag, 26. Ju­ni um 18:30 Uhr im Pirck­hei­mer­saal die Dia­log­ver­an­stal­tung »Spre­chen & Zu­hö­ren – Nürn­berg, ei­ne le­bens­wer­te Stadt?«

Zur­zeit wird in Nürn­berg heiß über den Aus­bau des Fran­ken­schnell­wegs dis­ku­tiert. Geg­nern und Be­für­wor­tern geht es um ei­ne le­bens­wer­te Stadt. Aber was macht für Dich ei­ne le­bens­wer­te Stadt aus? Wel­che Rol­le spie­len da­bei In­di­vi­du­al­ver­kehr und ÖPNV? Wie wich­tig ist Dir kul­tu­rel­le Viel­falt und Kli­ma­schutz?

Spre­chen ver­bin­det, Zu­hö­ren ver­än­dert. Das vom Ver­ein Mehr De­mo­kra­tie ent­wickel­te Dia­log­for­mat bringt Men­schen mit un­ter­schied­lich­sten Mei­nun­gen und Über­zeu­gun­gen mit­ein­an­der ins Ge­spräch. Es schafft Raum für Aus­tausch, bei dem nie­mand über­zeugt wer­den muss – ei­nen Ort, um per­sön­li­ches Er­le­ben zu tei­len und Per­spek­ti­ven von an­de­ren zu hö­ren: oh­ne Un­ter­bre­chung, oh­ne Be­wer­tung, da­für mit Neu­gier und Re­spekt. Im An­schluss gibt es Zeit zum frei­en Aus­tausch. Mo­de­ra­ti­on: In­grid Pickel und Chri­sti­na Gänß­bau­er (Mehr De­mo­kra­tie e. V.). Ein­tritt frei.

Die drei Abend­ver­an­stal­tun­gen fin­den im Ca­ri­tas-Pirck­hei­mer-Haus, Kö­nig­stra­ße 64, 90402 Nürn­berg statt.

Den Fly­er zur Ak­ti­ons­wo­che De­mo­kra­tie kön­nen Sie als PDF-Da­tei her­un­ter­la­den.

Juni 2026

TSUZAMEN – Das Je­wish Mu­sic To­day Fe­sti­val in Fürth

Aus­strah­lung am Sonn­tag, dem 7. Ju­ni 2026 um 19:30, 21:30 und 23:30 Uhr auf Fran­ken Fern­se­hen im Ka­bel und im Live­stream und um 21:45 Uhr auf Fran­ken Plus

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Die Musikerin Magi Hikri bringt jüdisch-arabischen Groove aus Tel Aviv nach Fürth

Zwi­schen Fi­dd­le-Klez­mer, Bal­kan-Fu­si­on und mu­si­ka­li­scher Er­in­ne­rung: Das Je­wish Mu­sic To­day Fe­sti­val in Fürth brach­te im März 2026 wie­der Künst­le­rin­nen und Künst­ler aus al­ler Welt zu­sam­men – und zeigt da­durch, wie le­ben­dig, viel­fäl­tig und ge­gen­wär­tig jü­di­sche Mu­sik heu­te klingt.

Christian Dawid leitet den Workshop »Tsuzamen«, bei dem Laien Klezmermusik spielen

Die Do­ku­men­ta­ti­on por­trai­tiert Bands und Mu­si­ker, gibt Ein­blicke in ei­nen Klez­mer-Work­shop und zeigt die ein­zig­ar­ti­ge At­mo­sphä­re ei­ner Ver­an­stal­tung in der frän­ki­schen Klee­blatt­stadt, die der po­li­ti­schen Er­eig­nis­se rund um den Glo­bus trotzt und ein ein­drucks­vol­les Fe­sti­val­pro­gramm auf die Bei­ne ge­stellt hat.

Die legendäre Klezmer-Band Dobranotch macht Klezmer-Zirkus auf der Bühne

Der in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­te Kla­ri­net­tist Chri­sti­an Da­wid trifft in sei­nem Klez­mer-Work­shop auf am­bi­tio­nier­te Lai­en, Tra­di­ti­on auf Im­pro­vi­sa­ti­on und mu­si­ka­li­sche Prä­zi­si­on auf spon­ta­ne Emo­ti­on. Der Work­shop ist auch so et­was wie das Herz­stück des Fe­sti­vals, geht es den Ma­chern doch im­mer um ein of­fe­nes Mit­ein­an­der und den Aus­tausch, ge­tra­gen durch Mu­sik. Die Re­por­ta­ge be­ob­ach­tet, wie ge­mein­sam mu­si­ziert und ex­pe­ri­men­tiert wird – und wie Klez­mer als le­ben­di­ge Kul­tur­form wei­ter­ge­ge­ben wird.

Hauptaustragungsort des Festivals ist das Kulturforum in Fürth

Auch die Mu­si­ker Yuriy Gurz­hy und Ma­gi Hik­ri kom­men zu Wort. Sie er­zäh­len von Iden­ti­tät, Mi­gra­ti­on und den Ein­flüs­sen un­ter­schied­li­cher Kul­tu­ren auf ih­re Mu­sik. Zwi­schen tra­di­tio­nel­len Me­lo­dien, jü­di­scher Folk­lo­re, elek­tro­ni­schen Sounds und mo­der­nen In­ter­pre­ta­tio­nen ent­steht ein Fe­sti­val, das Gren­zen über­schrei­tet und mu­si­ka­li­sche Brücken baut.

Festival-Leiterin Gerti Köhn (rechts) im Gespräch mit Künstlerin Nani Vazana

Die Do­ku­men­ta­ti­on zeigt en­er­gie­ge­la­de­ne Kon­zert­aben­de. Sie ist ein at­mo­sphä­ri­sches Por­trait ei­nes Fe­sti­vals, das jü­di­sche Mu­sik nicht als mu­sea­les Er­be ver­steht, son­dern als le­ben­di­ge, zeit­ge­nös­si­sche Kunst­form – of­fen, in­ter­na­tio­nal und vol­ler über­ra­schen­der Klang­wel­ten.

Aus Kanada angereist: Kleztory mit feinstem klassischen Klezmer

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

April 2026

Die KI kommt in die Pfle­ge – ei­ne Re­por­ta­ge aus dem Pfle­ge­all­tag

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Der Telepräsenzroboter Robody auf der Altenpflegemesse: Eine Pflegekraft steuert den Roboter per Datenbrille aus der Ferne und erscheint dabei mit ihrem Gesicht auf dem Display – die Technologie soll Pflegekräfte bei Zweit- und Drittbesuchen entlasten.

Al­le zwei Jah­re tref­fen sich Fach­leu­te aus der Pfle­ge­bran­che in Nürn­berg auf der Al­ten­pfle­ge­mes­se – der Leit­mes­se der Pfle­ge­bran­che. Längst ist dort auch Künst­li­che In­tel­li­genz ein The­ma: So­zi­al­ro­bo­ter und die KI-ge­stütz­te Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on zei­gen, wie stark sich die Bran­che im Wan­del be­fin­det.

Rafael Hostettler von navelrobotics mit dem Sozialroboter Navel auf der Altenpflegemesse in Nürnberg – der KI-gestützte Gesprächsroboter soll Einsamkeit bei älteren Menschen begegnen und wurde inzwischen an rund 35 Pflegeeinrichtungen verkauft.

Im Se­nio­ren­zen­trum Gott­fried Sei­ler steht man die­sen Ent­wick­lun­gen of­fen ge­gen­über. Seit ca. ei­nem Jahr wird hier ein so­zia­ler Ro­bo­ter na­mens Gott­fried er­probt. Ein­mal pro Wo­che ist er im Ein­satz. In Be­glei­tung ei­ner Mit­ar­bei­te­rin be­sucht er ein­zel­ne Bewohner*innen und führt mit Ih­nen Ge­sprä­che, die sie an­re­gen, ak­ti­vie­ren und der Ein­sam­keit ent­ge­gen­wir­ken sol­len. Doch wie gut funk­tio­niert das in der Pra­xis? Bei un­se­ren Be­su­chen im Se­nio­ren­zen­trum ha­ben wir er­lebt, wie viel Po­ten­zi­al in der Tech­no­lo­gie steckt, aber auch, wo ih­re Gren­zen lie­gen.

Eine Pflegerin und eine ältere Bewohnerin sitzen im Zimmer eines Seniorenheims und schauen den kleinen Sozialroboter Gottfried an – ein orangefarbener Roboter mit Strickmütze, der einmal pro Woche in der Einzelbetreuung eingesetzt wird.

Haupt­ein­satz­ge­biet der künst­li­chen In­tel­li­genz im Se­nio­ren­zen­trum Gott­fried Sei­ler ist aber die KI-ge­stütz­te Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on. Per Sprach­ein­ga­be er­fas­sen Mit­ar­bei­ten­de ih­re Tä­tig­kei­ten di­rekt im Be­woh­ner­zim­mer. Die KI struk­tu­riert und ver­ar­bei­tet die In­hal­te au­to­ma­tisch. Ei­ne Zeit­er­spar­nis, die dem Pfle­ge­per­so­nal mehr Spiel­raum für das gibt, was kei­ne Ma­schi­ne er­set­zen kann: mensch­li­che Zu­wen­dung.

Zwei Mitarbeitende des Seniorenzentrums Gottfried Seiler besprechen die KI-gestützte Dokumentations-App: Per Spracheingabe ins Smartphone erfassen Pflegekräfte ihre Tätigkeiten direkt am Bewohnerzimmer – das spart bis zu 25 Minuten Dokumentationszeit pro Schicht.

Die Mit­ar­bei­ten­den im Se­nio­ren­zen­trum ste­hen dem tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt of­fen ge­gen­über – zie­hen aber auch kla­re Gren­zen. Grund­pfle­ge, Pal­lia­tiv­ver­sor­gung, der Um­gang mit Ster­ben­den: Das sind Be­rei­che, in de­nen KI aus ih­rer Sicht nichts ver­lo­ren hat. »Do­ku­men­ta­ti­on und Ak­ti­vie­rung ja, aber der Mensch bleibt im Mit­tel­punkt«.

Eine Pflegekraft hält ein Smartphone mit der KI-Dokumentations-App in der Hand – die Spracherkennung wandelt gesprochene Einträge automatisch in strukturierte Pflegedokumentation um und steht sofort allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung.

»Die KI kommt in die Pfle­ge« ist ein Blick auf ei­ne Bran­che im Um­bruch. Der Film zeigt, wie Tech­no­lo­gie sinn­voll un­ter­stüt­zen kann – oh­ne die ent­schei­den­de Fra­ge aus dem Blick zu ver­lie­ren: Wie viel Tech­nik wol­len wir zu­las­sen, und wo blei­ben wir be­wusst bei der zwi­schen­mensch­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on?

Die Leiterin des Seniorenzentrums Gottfried Seiler im Gespräch mit einer Bewohnerin im Flur – eine alltägliche Szene, die zeigt: Auch dort, wo KI die Arbeit erleichtert, bleibt persönlicher Kontakt und menschliche Zuwendung der Kern der Pflege.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

März 2026

Pirck­hei­mer-Preis für die Me­di­en PRAXIS

Ein­mal im Jahr ver­leiht die Aka­de­mie im Nürn­ber­ger Ca­ri­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH) ei­nen Preis für Men­schen, die sich in be­son­de­rer Wei­se für die Re­gi­on ein­set­zen.

Wir freu­en uns sehr, dass wir dies­mal zu den Preis­trä­gern ge­hö­ren. Das CPH zeich­ne­te da­mit un­se­re lang­jäh­ri­ge Ar­beit als Do­ku­men­tar­fil­mer aus: »Die Ar­beit von Me­di­en PRAXIS er­in­nert uns dar­an, was gu­ter Jour­na­lis­mus lei­sten kann: Men­schen sicht­bar ma­chen, Miss­stän­de be­nen­nen und neue Per­spek­ti­ven er­öff­nen«, sag­te Ju­ry­mit­glied Ma­ri­ca Münch.

Jurymitglied Marica Münch, point-Redaktion Julia Thomas, Peter Romir, Cherima Nasa und Thomas Steigerwald mit CPH-Leiter Dr. Siegfried Grillmeyer bei der Verleihung des Caritas-Pirckheimer-Preises

Die Re­dak­ti­on point Ju­lia Tho­mas, Pe­ter Ro­mir, Cher­i­ma Na­sa, Tho­mas Stei­ger­wald und Nor­bert Gold­ham­mer, der bei der Ver­lei­hung lei­der nicht da­bei sein konn­te, be­dan­ken sich und gra­tu­lie­ren auch ganz herz­lich den an­de­ren Preis­trä­gern: dem So­zi­al­ma­ga­zin Stra­ßen­kreu­zer, den Pau­lus-Schwe­stern am Ja­kobs­platz so­wie Tho­mas Ohl­wer­ter vom Schul­re­fe­rat der Ka­tho­li­schen Stadt­kir­che Nürn­berg. Auch sie tra­gen mit ih­rer Ar­beit we­sent­lich da­zu bei, die Re­gi­on mit »Gu­ten Nach­rich­ten« zu fül­len.

März 2026

Wel­che Aus­wir­kun­gen hat Künst­li­che In­tel­li­genz (KI) auf die Ge­sell­schaft?

Die­se Fra­ge ha­ben wir uns vor ei­nem Jahr ge­stellt. In der Zwi­schen­zeit ist viel pas­siert. Was vor ei­nem Jahr noch ge­gol­ten hat, ist heu­te be­reits über­holt. Nir­gend­wo sonst geht die Ent­wick­lung so schnell vor­an, wie im Be­reich der künst­li­chen In­tel­li­genz (Ar­ti­fi­cal In­tel­li­gence). Mit wel­chen Fol­gen? Wer­den wir KI da­zu nut­zen un­se­re Welt le­bens­wer­ter zu ma­chen, oder führt sie uns an den Ab­grund, zer­stö­ren wir da­mit viel­leicht so­gar die mensch­li­che Zi­vi­li­sa­ti­on?

Titelbild des Social-Media-Projekts

Wer­den 2050 ge­nau­so vie­le hu­ma­no­ide Ro­bo­ter wie Men­schen die­ses Pla­ne­ten be­völ­kern, wie ein deut­scher Ent­wick­ler von hu­ma­no­iden Ro­bo­tern vor­aus­sagt? Wer­den sie den Men­schen in der Pro­duk­ti­on voll­stän­dig ver­drän­gen?

Xiao­mi hat 2024 ei­ne Fa­brik er­öff­net, die im Jahr 2 Mil­lio­nen High­tech Smart­phones pro­du­ziert, ganz oh­ne mensch­li­che Ein­grif­fe; oh­ne ex­ter­ne Soft­ware­lö­sun­gen über­nimmt die KI Ana­ly­se, Pla­nung und Op­ti­mie­rung. Ein an­de­rer chi­ne­si­scher Her­stel­ler plant ab 2030 ähn­li­ches für die Pro­duk­ti­on von Au­tos.

Wie be­geg­nen wir deep fakes und fake news, die in­zwi­schen ei­ne Qua­li­tät er­langt ha­ben, dass sie vom Lai­en nicht mehr von der Rea­li­tät, von gut re­cher­chier­ten In­for­ma­tio­nen zu un­ter­schei­den sind?

Hun­der­te nam­haf­ter Per­so­nen aus der Wis­sen­schaft, For­schung und In­du­strie, un­ter an­de­rem auch Ro­bert Alt­mann (Open AI/ Chat GPT) ha­ben ein State­ment un­ter­schrie­ben, in dem es heißt, »KI ist so ge­fähr­lich wie Pan­de­mien und Atom­krieg«. Auch der Spie­gel ver­gleicht in sei­ner Aus­ga­be vom 26. Fe­bru­ar 2026 die Ge­fähr­lich­keit von KI mit der ei­ner Atom­bom­be.

Der Ein­satz von KI bringt kann in vie­len Be­rei­chen, ins­be­son­de­re in der For­schung und Me­di­zin sehr sinn­voll sein, KI kann aber lei­der auch miss­braucht wer­den. Was die Zu­kunft bringt, wis­sen wir nicht. Was al­ler­dings Fakt ist: wir ste­hen vor ei­nem tech­no­lo­gi­schen Um­bruch, wie wir ihn seit der In­du­stria­li­sie­rung nicht mehr er­lebt ha­ben. Von da­her ist es sinn­voll, sich der Si­tua­ti­on zu stel­len und sich zu fra­gen, wo wol­len wir hin? Braucht es Re­ge­lun­gen, wie es im­mer mehr Wissenschaftler*innen und ITler*innen for­dern, oder über­las­sen wir al­les dem frei­en Markt?

Wir ha­ben ei­ni­ge Ge­sichts­punk­te, State­ments, Fra­ge­stel­lun­gen und Ideen für un­se­re So­cial Me­dia Ka­nä­le zu­sam­men ge­tra­gen, die wir ab so­fort ver­öf­fent­li­chen wer­den. Wir wür­den uns freu­en, wenn Ihr dort (oder auch hier) Eu­re Mei­nung zu KI und de­ren mög­li­chen ge­sell­schaft­li­chen Fol­gen hin­ter­lasst.

Tho­mas Stei­ger­wald
Die­ser Text ist oh­ne den Ein­satz von KI er­stellt wor­den.

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Februar 2026

Der Platz

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Während der Sommermonate vergnügen sich die Kinder im begehbaren Brunnen vor der Baustellenkulisse. Manche Anwohner empfinden das unrhythmische Plätschern als Zumutung.

Mit­ten im Her­zen der Süd­stadt klafft seit Jah­ren ein Loch. Der Auf­seß­platz ist ein Ort in der War­te­schlei­fe. Ei­nen Som­mer lang rich­tet der neue Do­ku­men­tar­film von Cher­i­ma Na­sa den Blick auf die Men­schen, die den Platz täg­lich nut­zen.

Hinter dem Gitter des Bauzauns ist eine Wasserlandschaft entstanden. Auf einer Demonstration am Platz wird u.a. der Erhalt des »Aufseßsees« gefordert.

Die Bau­gru­be mar­kiert den Still­stand. Gleich da­ne­ben or­ga­ni­sie­ren sich die Rou­ti­nen des All­tags. Män­ner­grup­pen tref­fen sich re­gel­mä­ßig, vie­le mit Mi­gra­ti­ons­er­fah­rung. Kin­der ra­deln über das Pfla­ster, sprin­gen über­mü­tig in die Brun­nen am Platz. Ak­ti­vi­sten vom So­li­da­ri­täts­netz­werk for­dern den ra­schen Bau von gün­sti­gem Wohn­raum.

Eine Gruppe Obdachloser und Trinker hat sich in einer schattigen Nische des Platzes eingerichtet. In den Sommermonaten treffen sie sich hier täglich.

Für Men­schen oh­ne fe­sten Wohn­sitz ist der Auf­seß­platz ein Stück Zu­hau­se. Was in der öf­fent­li­chen De­bat­te oft pau­schal und ab­wer­tend eti­ket­tiert wird, be­deu­tet für sie ei­ne ver­läss­li­che Ge­mein­schaft im öf­fent­li­chen Raum.

Rosie war seit vielen Jahren nicht mehr am Aufseßplatz und steht traurig vor der Brache. Hier stand das Kaufhaus, in dem sie lange als Verkäuferin gearbeitet hatte.

Es gibt auch die­je­ni­gen, die den Platz mit Weh­mut be­trach­ten, wie Ro­sie, die jahr­zehn­te­lang Ver­käu­fe­rin im längst ab­ge­ris­se­nen Kauf­haus war und jetzt vor ei­ner »Was­ser­pfit­schen« steht.

Marco ist blind. Sein Freund Marco geleitet ihn mit dem elektrischen Rollstuhl über den Platz; sie gehören zum Stammpublikum.

Die Freun­de Da­ni­el und Mar­co tref­fen sich re­gel­mä­ßig am Platz und freu­en sich, dass „hier im­mer was los ist“ und „man sich nicht ver­stel­len muss“.

Eine alte Frau und ein Mädchen scherzen im Schatten der Bäume am Spielplatz. Dass sie verschieden Sprachen sprechen, bedeutet für die ungleichen Freundinnen keine Barriere.

Der Film ver­schweigt die Span­nun­gen nicht. Er zeigt das Ne­ben­ein­an­der von Fa­mi­li­en und Ob­dach­lo­sen, von alt­ein­ge­ses­se­nen An­woh­ne­rin­nen und Neu­an­kömm­lin­gen. Er zeigt Miss­trau­en und Vor­ur­tei­le. Doch er be­ob­ach­tet auch, wie das Zu­sam­men­le­ben – oft lei­se und un­spek­ta­ku­lär – täg­lich aus­ge­han­delt wird.

Hinter dem unzureichenden Sichtschutz herrscht seit Jahren Stillstand; die Baugrube wird vom Volksmund längst als »Lago di Aufseß« verspottet.

Ein Film von Cher­i­ma Na­sa  •  Län­ge: 30 Min.

Februar 2026

Ret­tet St. Mi­cha­el! – 50 Jah­re Für­ther Alt­stadt­ver­ein

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Die Für­ther Alt­stadt rund um St. Mi­cha­el gilt heu­te als Aus­hän­ge­schild und ei­nes der schön­sten Vier­tel der Stadt. Dass es die­sen Stadt­teil über­haupt noch gibt, ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Denn vor 50 Jah­ren stand ge­nau die­ses Vier­tel vor dem Aus.

Abrissarbeiten im Gänsbergviertel Anfang der 1960er-Jahre: Ein historisch gewachsener Teil der Fürther Altstadt wird im Zuge der Flächensanierung vollständig abgetragen und markiert einen Wendepunkt in der Fürther Stadtgeschichte – und den Ausgangspunkt für den späteren Widerstand im Viertel rund um St. Michael.

In den Jahr­zehn­ten nach dem Zwei­ten Welt­krieg präg­ten Flä­chen­sa­nie­rung und die Idee der au­to­ge­rech­ten Stadt die Stadt­pla­nung. Auch in Fürth. Ob­wohl die Alt­stadt den Krieg fast un­ver­sehrt über­stan­den hat­te, wur­de 1958 über das be­nach­bar­te Gäns­berg­vier­tel ei­ne Bau­sper­re ver­hängt, 1962 be­gann der Ab­riss. Ein hi­sto­ri­scher Teil der Alt­stadt ver­schwand.

Sanierung des Goldenen Schwans - bei zahlreichen Sanierungen legten Mitglieder des Altstadtvereins selbst Hand an – die Expertise und vor allem Man- und Womanpower im Verein war vorhanden.

Vor die­sem Hin­ter­grund for­mier­te sich Wi­der­stand. 1974 schlos­sen sich en­ga­gier­te Für­the­rin­nen und Für­ther zu­sam­men und grün­de­ten we­nig spä­ter die Bür­ger­ver­ei­ni­gung Alt­stadt­vier­tel St. Mi­cha­el Fürth – den heu­ti­gen Alt­stadt­ver­ein. Ihr Ziel: die Alt­stadt wie­der­zu­be­le­ben und wei­te­ren Ab­riss zu ver­hin­dern.

Erster Fürther Grafflmarkt 1975 auf dem Waagplatz. Was als Flohmarkt beginnt, wird zu einem zentralen Instrument gegen den drohenden Abriss.

Zu­nächst ging es dar­um, über­haupt wie­der Men­schen in das Vier­tel zu brin­gen. Be­reits 1975 or­ga­ni­sier­te der Ver­ein den er­sten »Graf­fl­markt« – ei­ne Ver­an­stal­tung, die sich im Lau­fe der Jah­re fest im Stadt­le­ben ver­an­ker­te.

Auch heute wird der Grafflmarkt von Vereinsmitgliedern vorbereitet – getragen von ehrenamtlichem Engagement und gemeinsamer Organisation.

Nach und nach ge­lang es, Auf­merk­sam­keit für das Vier­tel zu schaf­fen und Haus­be­sit­zer da­von zu über­zeu­gen, in die al­ten Ge­bäu­de zu in­ve­stie­ren. Der Ver­ein un­ter­stütz­te da­bei nicht nur be­ra­tend. Von Be­ginn an war das En­ga­ge­ment stark eh­ren­amt­lich ge­prägt, vie­le Mit­glie­der leg­ten selbst Hand an.

Vereinsmitglieder bereiten die Teilnahme des Vereins am Kirchweihzug vor. Auf dem Kirchweihzug wird Kuchen verteilt – „Bonbons werfen kann ja jeder – wir sind schon was Besonderes.“

Die Ein­nah­men aus dem Es­sens- und Ge­trän­ke­ver­kauf beim Graf­fl­markt und an­de­ren Ver­an­stal­tun­gen, dar­un­ter die seit 1981 statt­fin­den­de Alt­stadt­weih­nacht, flos­sen in die Ver­eins­ar­beit. So konn­te der Alt­stadt­ver­ein auch klei­ne­re fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge zu Sa­nie­run­gen lei­sten. Rund 50 Häu­ser wur­den auf die­se Wei­se im Lau­fe der Jah­re mit Un­ter­stüt­zung des Ver­eins in­stand ge­setzt.

Zum Jubiläum wird die eigene Geschichte sichtbar gemacht – mit Archivmaterial, Erinnerungen und Bildern aus 50 Jahren Vereinsarbeit.

Der Alt­stadt­ver­ein misch­te sich im­mer ein, wenn un­ter­schied­li­che In­ter­es­sen im Vier­tel auf­ein­an­der­tra­fen – et­wa bei Fra­gen der Nut­zung, der Ga­stro­no­mie oder der Nah­ver­sor­gung. Be­reits 1979 for­der­te der Ver­ein ei­nen Knei­pen­stopp. Jahr­zehn­te spä­ter wur­de die Gu­stav­stra­ße er­neut zum Ort von Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Lärm und Nut­zung. Da­bei sprach der Alt­stadt­ver­ein nicht im­mer mit ei­ner Stim­me. Als Zu­sam­men­schluss un­ter­schied­li­cher In­ter­es­sen ge­hör­ten kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen eben­so zur Ver­eins­ge­schich­te wie der Ver­such, sie aus­zu­hal­ten und wei­ter­zu­ar­bei­ten.

Beim Kirchweihzug greift der Altstadtverein auf Motive aus seiner eigenen Geschichte zurück. Alte Plakate und Bilder erinnern daran, dass viele heutige Selbstverständlichkeiten einst umkämpft waren.

Wir ha­ben den Alt­stadt­ver­ein im Ju­bi­lä­ums­jahr be­glei­tet. Der Film er­zählt die Ge­schich­te ei­nes Ver­eins, der seit sei­ner Grün­dung für bür­ger­li­ches En­ga­ge­ment steht – und sich bis heu­te für die Er­hal­tung und Wei­ter­ent­wick­lung der Für­ther Alt­stadt en­ga­giert.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

Dezember 2025

De­mo­kra­tie als Le­bens­auf­ga­be – Sil­via Gauss und Tim Wil­ly We­ber

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Vor 30 Jah­ren, im De­zem­ber 1995, er­hielt Me­di­en PRAXIS e.V. ei­ne Sen­de­li­zenz für die Me­tro­pol­re­gi­on Nürn­berg. Un­se­re er­ste POINT Sen­dung, da­mals noch 13:30 Mi­nu­ten lang, be­schäf­tig­te sich mit der Ein­füh­rung von Bür­ger­ent­schei­den auf kom­mu­na­ler Ebe­ne. Wir be­glei­te­ten den Om­ni­bus für di­rek­te De­mo­kra­tie, der da­mals im ganz Bay­ern un­ter­wegs war, um für die Ein­füh­rung von Bür­ger­ent­schei­den zu wer­ben.

Tim Willy Weber und Silvia Gauß sitzen am Tisch und schauen gemeinsam die erste POINT-Reportage von 1995 auf einem Bildschirm.

Die Kam­pa­gne, die von mehr als 50 Bür­ger­initia­ti­ven, Ver­bän­den und Ver­ei­nen un­ter­stützt wur­de, hat­te Er­folg. Trotz mas­si­vem Ge­gen­wind von Sei­ten der CSU stimm­ten Bay­erns Bürger*innen am 1. Ok­to­ber 1995 für die Ein­füh­rung von Bür­ger­ent­schei­den in Bay­ern. Seit­dem wur­den in Bay­ern mehr als 3.700 Bür­ger­be­geh­ren in­iti­iert, von de­nen über 2.300 zu ei­nem Bür­ger­ent­scheid führ­ten.

Archivaufnahme von 1995: Silvia Gauß und Tim Willy Weber sammeln mit dem Omnibus für Direkte Demokratie Unterschriften für ein Volksbegehren.

Zu den Men­schen, die da­mals die Kam­pa­gne un­ter­stütz­ten, ge­hör­ten Sil­via Gauss und Tim Wil­ly We­ber. Tim fand über ein Prak­ti­kum beim »OMNIBUS für di­rek­te De­mo­kra­tie« zum Ver­ein Mehr De­mo­kra­tie e.V., für den er sich dann vie­le Jah­re auf Bun­des­ebe­ne en­ga­gier­te. Sil­via Gauss, die Kunst stu­diert hat­te, kam über den Künst­ler Jo­seph Beu­ys und sei­nen Be­griff der »so­zia­len Pla­stik« zum Om­ni­bus für di­rek­te De­mo­kra­tie. Auch sie en­ga­gier­te sich vie­le Jah­re für »Mehr De­mo­kra­tie e.V.«, un­ter an­de­rem im Bun­des­vor­stand. Wäh­rend der ge­mein­sa­men po­li­ti­schen Ar­beit ha­ben sich die bei­den ken­nen und lie­ben ge­lernt. Heu­te le­ben sie in dem Flecken Ot­ters­berg in Nie­der­sach­sen. Wir ha­ben die bei­den be­sucht und woll­ten wis­sen, wie sie heu­te zu ih­rem da­ma­li­gen En­ga­ge­ment ste­hen.

Tim Willy Weber schüttelt Ferhat Ercan vor dessem neu eröffneten Imbiss »Otters Gemüsekebap« die Hand. Repräsentationstermine wie dieser gehören zum Bürgermeisteralltag.

Tim ist seit 2020 Bür­ger­mei­ster von Ot­ters­berg. Als Chef der kom­mu­na­len Ver­wal­tung ist er heu­te Teil der re­prä­sen­ta­ti­ven De­mo­kra­tie. Bis heu­te ist er aber auch ein Freund von di­rekt­de­mo­kra­ti­schen Be­tei­li­gungs­for­men ge­blie­ben und sieht die­se nicht als Ge­gen­mo­dell, son­dern als er­gän­zen­des Ge­stal­tungs­in­stru­ment.

Tim Willy Weber sitzt an seinem Schreibtisch im Rathaus und telefoniert, vor ihm stehen mehrere Bildschirme und Unterlagen.

Sil­via Gauss hat sich in­zwi­schen aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den aus der über­re­gio­na­len Po­li­tik zu­rück­ge­zo­gen. Die Idee der Mit­be­stim­mung be­glei­tet sie aber wei­ter­hin. Für sie be­ginnt De­mo­kra­tie im di­rek­ten Zu­sam­men­le­ben, bei­spiels­wei­se in ih­rer Ar­beit als Ge­schäfts­füh­re­rin ei­nes Wal­dorf­kin­der­gar­tens.

Silvia Gauß beugt sich gemeinsam mit einer Kollegin über ein Beet im Garten des Waldorfkindergartens, in dem sie seit 15 Jahren Geschäftsführerin ist.

Ne­ben der Ar­beit im Kin­der­gar­ten en­ga­giert sich Sil­via Gauss im »Raum«, ei­nem of­fe­nen Dorf­treff­punkt. Hier kom­men Men­schen zu­sam­men, um zu dis­ku­tie­ren, zu ar­bei­ten, zu­zu­hö­ren oder ein­fach nur da zu sein. Ein Ort für ge­leb­te De­mo­kra­tie im Klei­nen.

Mehrere Menschen sitzen in einem Stuhlkreis in einem gemütlichen Raum, auf einem Tisch liegen gestrickte Figuren. Donnerstags treffen sich Frauen zum Handarbeiten.

Der Film greift die In­hal­te der er­sten POINT-Re­por­ta­ge auf und fragt bei zwei der da­ma­li­gen Akteur*innen nach, wie sie heu­te zu ih­rem frü­he­ren En­ga­ge­ment ste­hen. Er er­zählt von po­li­ti­schem Ein­satz, der sich ver­än­dert, oh­ne zu ver­schwin­den – und von De­mo­kra­tie als Hal­tung, die über die Jahr­zehn­te hin­weg Teil des po­li­ti­schen Le­bens bleibt.

Tim Willy Weber fährt mit einem Lastenfahrrad auf einer Straße durch eine ländliche Umgebung, das Gewerbegebiet Ottersberg-Bahnhof.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 29:50 Min.

Hier könnt Ihr die Re­por­ta­ge an­schau­en!

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