August 2004
Hermann Veeh ist gelernter Landwirt. Durch seinen jüngsten Sohn Andreas, der mit dem Down-Syndrom auf die Welt gekommen ist und aufgrund dieses Handicaps kein herkömmliches Instrument spielen kann, wird Hermann Veeh zum Instrumentenbauer. Er entwickelte die Veeh-Harfe, ein Zupfinstrument, das inzwischen in der Behinderten- und Seniorenarbeit weit verbreitet ist.
Juni 2004
Stephan ist 17 Jahre alt, geht auf die Realschule und spielt begeistert Schlagzeug – auf den ersten Blick ein Jugendlicher wie jeder andere, und doch ist er anders. Stephan ist ein Asperger-Autist. Es fällt ihm schwer, die Emotionen seines Gegenübers und die zwischenmenschlichen Spielregeln zu verstehen.
Mai 2004
Michael ist querschnittsgelähmt. Er lebt auf dem Land, die Förderschule, auf die er gehen soll, ist fast 40 km entfernt. Michael kämpft darum, die normale Grundschule besuchen zu dürfen, gegen alle bürokratischen Hemmnisse. Gemeinsam mit seinen Eltern und einer engagierten Klassenlehrerin schaffen sie es, dass Michael die Dorfschule besuchen darf. Aber wie reagieren die Eltern und Mitschüler auf Michael? Wird das Experiment gelingen?
Februar 2004
Seit 1995 gibt es in Nürnberg eine eigene Schule für autistische Kinder. Das bundesweit einzigartige Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, autistische Kinder soweit zu befähigen, dass sie am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen können. Ein Film über Menschen, die sich in ihrer eigenen Welt bewegen und auf der Suche nach einem Fenster zur Außenwelt sind.
September 2003
Ulrike Weller ist seit ihrer Geburt blind. 1936 in Thüringen geboren, entgeht sie auf Grund ihres Handicaps nur knapp dem KZ. 1979 entschließt sie sich, in die Bundesrepublik überzusiedeln. Hier ist die gelernte Krankengymnastin zunächst mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Aber mit der ihr eigenen Zähigkeit meistert sie alle Hürden. Sie setzt sich gegen alle Repressionen zur Wehr und schafft es so, sich ihren Lebensmut und ihre Fröhlichkeit zu erhalten. Dabei lebt die begeisterte Stepptänzerin vor allem nach dem Wahlspruch: »Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.«
März 2003
Im Nürnberger Stadtteil Fischbach steht ein Reitstall der besonderen Art. Hier sind keine Freizeitreiter oder Pferdesportliebhaber zu finden, sondern Kinder und Jugendliche, die man auf den ersten Blick nicht auf dem Rücken von Pferden erwartet. Dabei ist auch ihnen der Spaß an der wöchentlichen Reitstunde anzusehen – unabhängig davon, ob es sich um ein autistisches, ein hyperaktives oder auch körperlich oder geistig behindertes Kind handelt. Sie alle sind mit viel Begeisterung, Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber den Pferden bei der Sache. Ein Film über Menschen, für die Reiten mehr ist als ein Freizeitvergnügen.
Juni 2002
Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine Krankheit, die nicht heilbar ist. Auch wenn es gelungen ist, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen, für die Betroffenen ist die Nachricht von MS betroffen zu sein, ein schwerer Schlag. In der Schulmedizin wird den Patienten geraten, die Krankheit mit Medikamenten zu bekämpfen, sobald die Diagnose MS gestellt ist. Es gibt aber auch Betroffene, die diese Meinung nicht teilen. Sie suchen nach Alternativen, setzen sich – meist gegen den Rat ihrer Ärzte – durch und suchen nach alternativen Formen der Behandlung der Krankheit. Ein Kraftakt, der sich ihrer Meinung nach lohnt. Sie sehen Erfolge, glauben, das Fortschreiten der Krankheit mindestens ebenso gut aufhalten zu können wie mit Medikamenten, dafür aber ohne deren Nebenwirkungen.
Bei Friedl Ertl hatte die Krankheit vor 11 Jahren ihren Gesundheitszustand so angegriffen, dass sie nur noch mit Unterstützung ihres Mannes gehen konnte. Die Ärzte empfahlen, einen Rollstuhl zu benutzen und Beta-Interferon zu spritzen, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Friedl Ertl entschied sich anders. Sie vertraute statt dessen auf die Hebener Diät als wichtigen Teil einer Eigentherapie. Jetzt wandert sie ohne Beschwerden.
Auf der Suche nach einem ganzheitlichen und selbstverantwortlichen Umgang mit der Krankheit organisiert eine Selbsthilfegruppe von MS-Patienten auf der Nürnberger Burg regelmäßig Veranstaltungen. Es werden Vertreter neuer, oft alternativer Therapieansätze eingeladen oder Seminare zu Chi Gong, Reiki, Feldenkreis oder Kinesiologie abgehalten.
April 2000
Sie sind seit fünf Jahren verheiratet: Mike sitzt im Rollstuhl und Monika ist contergangeschädigt. Zusammen möchten sie, so weit dies möglich ist, ein selbstbestimmtes Leben führen, für nicht-behinderte Menschen eine Selbstverständlichkeit, für Behinderte ein Ziel, das sie sich mühsam erarbeiten müssen. Vorstellungen von einem gemeinsamen Leben in der eigenen Wohnung, Pflege, die sich nicht nach Vorschrift, sondern den eigenen Bedürfnissen richtet und ein Arbeitsplatz, an dem man Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten hat, sind für viele Behinderte mit einer enormen Anstrengung verbunden.
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